Zum Inhalt springen
Der frühere myParfum-Shop ist geschlossen – hier mischst du deinen Duft jetzt selbst. Mehr erfahren

Duftwissen

Die Duftfamilien – von Chypre bis Fougère

Duftfamilien ordnen Parfüms nach ihrem Grundcharakter: zum Beispiel Zitrus, blumig, holzig, Amber (früher „orientalisch“), Chypre oder Fougère. Wer weiß, welche Familie ihm gefällt, findet neue Lieblingsdüfte viel schneller – denn Düfte derselben Familie teilen ähnliche Noten und eine ähnliche Wirkung.

Aktualisiert: Oktober 2026Lesezeit: 11 Min.Von der myParfum-Redaktion
Inhalt dieser Seite
  1. Wie man Düfte überhaupt einteilt
  2. Zitrus – die frischeste Familie
  3. Blumig – die größte Familie
  4. Fruchtig – süß, saftig, gut gelaunt
  5. Grün – Gras, Blätter, frisch geschnittene Stängel
  6. Aquatisch – der Duft von Meer und Wasser
  7. Fougère – der Klassiker der Herrendüfte
  8. Chypre – elegant, herb, erwachsen
  9. Orientalisch bzw. Amber – warm und sinnlich
  10. Holzig – Ruhe, Wärme, Tiefe
  11. Gourmand – zum Anbeißen
  12. Pudrig – weich wie Make-up
  13. Duft nach Jahreszeit und Anlass
  14. Welche Familie passt zu dir?

Wie man Düfte überhaupt einteilt

Parfüm lässt sich schwer beschreiben, weil uns für Gerüche die Wörter fehlen. Deshalb sortieren Parfümeure, Händler und Duftliebhaber Düfte in Familien. Eine Familie beschreibt den Grundcharakter eines Dufts – also das, was du nach einer halben Stunde auf der Haut noch riechst, nicht nur den ersten Sprühstoß.

Zwei Einteilungen haben sich durchgesetzt:

  • Die Einteilung der Société Française des Parfumeurs (SFP): Die französische Fachgesellschaft unterscheidet sieben Hauptfamilien – Zitrus (französisch „Hespéridés“), Blumig, Fougère, Chypre, Holzig, Amber (französisch „Ambré“, früher meist „orientalisch“ genannt) und Leder. Darunter liegen Unterfamilien wie „blumig-fruchtig“ oder „Chypre-fruchtig“.
  • Das Duftrad von Michael Edwards: Der britische Duftexperte entwickelte Anfang der 1980er-Jahre ein Rad, auf dem die Familien im Kreis stehen. Vereinfacht gibt es vier große Bereiche – frisch, blumig, Amber und holzig – mit Unterfamilien dazwischen. Benachbarte Felder gehen ineinander über; so sieht man auf einen Blick, warum ein blumiger Duft mit etwas Vanille schon ins Warme kippt.

Für den Alltag sind beide Systeme etwas grob. Wer im Laden „fruchtig“, „pudrig“ oder „aquatisch“ sagt, wird sofort verstanden, obwohl das in der SFP-Einteilung nur Unterfamilien sind. Wir stellen dir deshalb elf Familien vor, die du in Beschreibungen und Parfümerien immer wieder liest. Leder behandeln wir im Duftnoten-Lexikon bei den animalischen Noten.

Wichtig: Kaum ein Duft gehört nur in eine Schublade. Ein „blumiger Chypre“ oder ein „holziger Amber“ ist ganz normal. Die erste Angabe ist dann meist die Nebenrolle, die zweite die Hauptfamilie.

AnzeigeRiechstreifen zum Vergleichen von Düften – bei Amazon ansehen

Zitrus – die frischeste Familie

Zitrusdüfte sind die ältesten „modernen“ Parfüms Europas. Das Kölnisch Wasser, das Johann Maria Farina Anfang des 18. Jahrhunderts in Köln herstellte, bestand vor allem aus Zitrusölen und Kräutern. Auch 4711 gehört in diese Tradition.

  • Typische Noten: Bergamotte, Zitrone, Mandarine, Orange, Grapefruit, Limette, dazu oft Neroli, Petitgrain, Rosmarin.
  • Charakter: spritzig, sauber, hell, wach machend.
  • Wer und wann: alle, die es unkompliziert mögen; ideal fürs Büro, nach dem Sport, an heißen Tagen.
  • Jahreszeit: Frühling und Sommer.
  • Klassiker: „Eau de Cologne“ von Farina, „4711 Echt Kölnisch Wasser“, „Eau Sauvage“ von Dior (1966).

Der Haken: Zitrusöle sind sehr flüchtig. Reine Zitrusdüfte halten oft nur ein bis zwei Stunden. Moderne Varianten bekommen deshalb eine holzige oder moschusartige Basis, damit die Frische länger bleibt. Die einzelnen Zitrusnoten findest du im Lexikon unter Zitrusnoten, zum Beispiel Bergamotte oder Grapefruit.

Blumig – die größte Familie

Ein blumiges Parfüm ist der Klassiker schlechthin, und die Familie ist riesig. Manche Düfte stellen eine einzige Blüte nach (man spricht von „Soliflore“), andere mischen einen ganzen Strauß.

  • Typische Noten: Rose, Jasmin, Orangenblüte, Tuberose, Ylang-Ylang, Maiglöckchen, Veilchen, Iris, Osmanthus.
  • Charakter: je nach Blüte zart und frisch (Maiglöckchen), cremig und üppig (Tuberose, Ylang-Ylang) oder samtig und romantisch (Rose).
  • Wer und wann: traditionell vor allem Damendüfte, inzwischen tragen auch viele Männer Rose oder Iris. Leichte Blüten passen tagsüber, weiße Blüten wie Tuberose und Jasmin eher abends.
  • Jahreszeit: leichte Blüten im Frühling, opulente im Herbst und Winter.
  • Klassiker: „Chanel N°5“ (1921, blumig mit Aldehyden), „Joy“ von Jean Patou (1930, Jasmin und Rose), „Diorissimo“ (1956, Maiglöckchen).

Oft wird gefragt, welche Parfüms blumige und holzige Noten verbinden. Die Antwort: sehr viele. Rose und Sandelholz, Iris und Zeder oder Jasmin und Vetiver sind bewährte Paare – die Blüte sorgt für Strahlkraft, das Holz für Halt. Alle Blütennoten im Detail stehen im Lexikon unter Blütennoten.

Fruchtig – süß, saftig, gut gelaunt

Fruchtige Düfte sind in der klassischen Einteilung keine eigene Hauptfamilie, sondern meist eine Zutat: „blumig-fruchtig“ oder „Chypre-fruchtig“. Im Handel aber ist „fruchtiges Parfum“ eine der häufigsten Suchen, und das zu Recht – kaum eine Richtung ist seit den 1990er-Jahren so beliebt.

  • Typische Noten: Pfirsich, Himbeere, Cassis, Birne, Apfel, Pflaume, Ananas, Wassermelone, Litschi.
  • Charakter: saftig, verspielt, oft süß; mit Cassis oder Grapefruit auch herb-frisch.
  • Wer und wann: sehr beliebt bei jüngeren Trägerinnen, aber auch fruchtige Herrendüfte gibt es reichlich – dort meist mit Apfel, Ananas oder Zitrus und einer holzigen Basis. Gut für Freizeit, Urlaub und Alltag.
  • Jahreszeit: frisch-fruchtig im Sommer, dunkle Früchte wie Pflaume im Herbst.
  • Klassiker: „Mitsouko“ von Guerlain (1919) mit seiner berühmten Pfirsichnote und „Femme“ von Rochas (1944) mit Pflaume – beides fruchtige Chypres.

Ein fruchtig-süßes Parfüm lebt davon, dass die Frucht nicht ins Bonbonhafte kippt. Gute Kompositionen setzen Moschus, Hölzer oder etwas Patchouli dagegen. Fast keine Fruchtnote stammt übrigens aus der Frucht selbst – wie Pfirsich, Himbeere und Co. entstehen, steht unter Fruchtnoten.

Grün – Gras, Blätter, frisch geschnittene Stängel

Grüne Düfte riechen, als hätte man einen Stängel abgeknickt oder Blätter zwischen den Fingern zerrieben. Sie sind frisch wie Zitrus, aber herber und weniger süß.

  • Typische Noten: Galbanum, Veilchenblatt, Feigenblatt, grüner Tee, Basilikum, Minze, junges Gras.
  • Charakter: klar, kühl, natürlich, manchmal leicht bitter.
  • Wer und wann: Menschen, die süße Düfte zu aufdringlich finden; tagsüber, im Büro, draußen.
  • Jahreszeit: Frühling, an heißen Tagen auch Sommer.
  • Klassiker: „Vent Vert“ von Balmain (1947) und „Chanel N°19“ (1971) – beide leben vom harzig-grünen Galbanum.

Eine sanftere Spielart sind Teedüfte. Ein Parfüm mit grünem Tee ist leichter als ein klassisches Grün und wirkt fast transparent. Mehr dazu bei grüner Tee und Galbanum.

Aquatisch – der Duft von Meer und Wasser

Aquatische oder „marine“ Düfte sind eine junge Familie. Möglich wurden sie erst durch synthetische Riechstoffe, allen voran Calone, das nach Meeresbrise und Wassermelone riecht. Ende der 1980er- und in den 1990er-Jahren wurden sie zum großen Trend.

  • Typische Noten: Meeresakkord, Salz, Ozon, Wassermelone, Gurke, Lotus, dazu oft Zitrus und helle Hölzer.
  • Charakter: luftig, sauber, kühl, „frisch geduscht“.
  • Wer und wann: sehr verbreitet bei Herrendüften, aber auch bei leichten Damendüften. Für Sport, Freizeit und Sommerurlaub.
  • Jahreszeit: Sommer.
  • Klassiker: „Cool Water“ von Davidoff (1988), „L’Eau d’Issey“ von Issey Miyake (1992), „Acqua di Giò“ von Armani (1996).

Wenn dir aquatische Düfte schnell „nach Duschgel“ riechen, liegt das daran, dass genau diese Stoffe auch in Pflegeprodukten stecken. Wer es natürlicher mag, greift lieber zu Zitrus oder Grün. Zu den Stoffen dahinter: Wassermelone und Lotus.

Fougère – der Klassiker der Herrendüfte

„Fougère“ heißt auf Französisch „Farn“. Farn selbst riecht kaum – der Name beschreibt eine Fantasie: so könnte es im Wald riechen, wenn Farn duften würde. Begründet hat die Familie „Fougère Royale“ von Houbigant aus dem Jahr 1882. Der Parfümeur Paul Parquet verwendete darin Cumarin, einen Stoff, der nach Heu und Tonkabohne riecht und 1868 erstmals künstlich hergestellt worden war. Damit gilt Fougère Royale als einer der ersten Düfte, die bewusst auf einen synthetischen Riechstoff setzten.

  • Typische Noten: Lavendel, Eichenmoos, Cumarin bzw. Tonkabohne, dazu oft Geranie, Bergamotte, Muskatellersalbei und Vetiver.
  • Charakter: frisch-kräuterig im Auftakt, dann warm, weich und leicht süßlich – sauber, gepflegt, „Barbershop“.
  • Wer und wann: der typische Herrenduft schlechthin, passt vom Büro bis zum Abend. Moderne Fougères werden süßer und auch von Frauen getragen.
  • Jahreszeit: ganzjährig, besonders Frühling und Herbst.
  • Klassiker: „Fougère Royale“ (Houbigant, 1882), „Azzaro pour Homme“ (1978), „Drakkar Noir“ von Guy Laroche (1982).

Was macht einen Fougère-Duft aus? Vor allem der Dreiklang aus Lavendel, Eichenmoos und Tonkabohne. Fehlt einer davon, wird es schnell ein anderer Duft – ohne Moos eher ein aromatischer, ohne Lavendel eher ein Amber-Duft.

Chypre – elegant, herb, erwachsen

Chypre (gesprochen „schiepr“) ist das französische Wort für Zypern. Den Namen verdankt die Familie dem Parfüm „Chypre“, das François Coty 1917 herausbrachte. Es war nicht der erste Duft dieses Namens, aber er wurde so stilprägend, dass bis heute eine ganze Familie danach heißt.

  • Typische Noten: Bergamotte im Auftakt, Rose oder Jasmin im Herz, dazu eine Basis aus Eichenmoos, Labdanum und Patchouli.
  • Charakter: kontrastreich – frisch und dunkel zugleich, moosig, trocken, oft etwas kühl und distanziert.
  • Wer und wann: wer markante, „erwachsene“ Düfte mag. Klassisch für Büro, Abend, Theater. Es gibt Chypres für Damen ebenso wie für Herren.
  • Jahreszeit: Herbst und Frühling.
  • Klassiker: „Chypre“ von Coty (1917), „Mitsouko“ von Guerlain (1919), „Miss Dior“ in der ursprünglichen Fassung von 1947.

Die Bedeutung von „Chypre“ ist also kein bestimmter Rohstoff, sondern ein Bauplan: frische Zitrusnote, blumiges Herz, moosige Basis. Spielarten sind der fruchtige Chypre (mit Pfirsich oder Pflaume), der grüne Chypre (mit Galbanum) und der Leder-Chypre.

Ein Wort zu heutigen Chypres: Eichenmoos enthält Stoffe, die Allergien auslösen können, und ist deshalb stark reguliert. Moderne Chypres verwenden behandeltes Moos mit weniger dieser Stoffe oder ersetzen es durch Patchouli und Hölzer. Sie wirken dadurch oft heller als die alten Vorbilder. Wer nach den besten Chypre-Parfums sucht, sollte deshalb ruhig auch neuere Düfte probieren – und alte Klassiker in aktueller Fassung testen, statt sich auf Erinnerungen zu verlassen. Die Noten im Detail: Eichenmoos, Labdanum, Patchouli.

Orientalisch bzw. Amber – warm und sinnlich

Diese Familie hieß jahrzehntelang „orientalisch“. Weil der Begriff als klischeehaft gilt, sprechen Fachleute heute meist von „Amber“ (französisch „ambré“). Gemeint ist kein bestimmter Rohstoff und auch nicht der Bernstein, sondern ein warmer Akkord aus Harzen, Balsamen und Vanille.

  • Typische Noten: Labdanum, Benzoe, Vanille, Tonkabohne, Weihrauch, Zimt, Nelke, Kardamom, Opoponax, oft mit Rose oder Jasmin.
  • Charakter: warm, rund, süß-würzig, hautnah und lang anhaltend.
  • Wer und wann: für Abende, Verabredungen und festliche Anlässe; Damen wie Herren.
  • Jahreszeit: Herbst und Winter.
  • Klassiker: „Shalimar“ von Guerlain (1925), „Opium“ von Yves Saint Laurent (1977), „Obsession“ von Calvin Klein (1985).

Wer nach verführerischen Parfums für Damen sucht, landet oft hier – und bei den Gourmands. Ob ein Duft verführerisch wirkt, ist allerdings sehr persönlich; eine nachgewiesene „aphrodisierende“ Wirkung hat kein Parfüm. Was viele als sinnlich empfinden, sind warme, hautnahe Noten wie Vanille, Amber, Moschus und Sandelholz, die sich mit der eigenen Haut verbinden. Dosiere Amber-Düfte sparsam: ein bis zwei Sprühstöße reichen, denn sie tragen weit. Mehr unter Amber und Harze und Balsame.

Holzig – Ruhe, Wärme, Tiefe

Holzige Düfte bauen auf Hölzern, Wurzeln und Harzen auf. Früher galten sie als typisch männlich, heute gehören Sandelholz und Zeder in unzählige Damendüfte.

  • Typische Noten: Sandelholz, Zeder, Vetiver, Patchouli, Adlerholz (Oud), Guajakholz, dazu moderne Holz-Riechstoffe wie Iso E Super oder Kaschmirholz.
  • Charakter: trocken (Zeder), cremig-weich (Sandelholz), rauchig-erdig (Vetiver, Patchouli) oder dunkel-animalisch (Oud).
  • Wer und wann: alle, die einen ruhigen, unaufdringlichen Duft suchen. Leichte Hölzer passen ins Büro, Oud eher zum Abend.
  • Jahreszeit: ganzjährig, mit Schwerpunkt Herbst und Winter.
  • Klassiker: „Vétiver“ von Guerlain (1959), „Samsara“ von Guerlain (1989, Sandelholz und Jasmin), „Terre d’Hermès“ (2006).

Sandelholz-Parfüms sind besonders gefragt. Sandelholz riecht weich, milchig-cremig und leicht süß, fast wie warme Haut. Es verbindet sich gut mit Rose, Jasmin und Vanille und ist deshalb in vielen Damendüften die heimliche Basis. Echtes ostindisches Sandelholz ist selten und teuer geworden; vieles, was heute nach Sandelholz riecht, stammt aus australischem Anbau oder aus synthetischen Bausteinen.

Erdige Düfte sind die dunkle Seite dieser Familie: Vetiver erinnert an feuchte Wurzeln und Rauch, Patchouli an Waldboden und Kakao. Wer warme, erdige Parfüms mag, findet sie meist bei den holzigen Düften oder in Chypres. Details im Lexikon: Sandelholz, Vetiver, Adlerholz.

Gourmand – zum Anbeißen

Gourmand-Düfte riechen nach Essbarem: Vanille, Karamell, Praline, Schokolade, Kaffee. Als Startpunkt der Familie gilt „Angel“ von Thierry Mugler (1992), das Praline und Zuckerwatte mit viel Patchouli kombinierte – damals ein Schock, später ein Vorbild für unzählige Düfte.

  • Typische Noten: Vanille, Tonkabohne, Karamell, Praline, Schokolade, Kaffee, Mandel, Honig, Kokos.
  • Charakter: süß, kuschelig, tröstlich, oft sehr gut haltbar.
  • Wer und wann: wer Wärme und Gemütlichkeit mag; für Freizeit, Abend, kalte Tage. Im Großraumbüro lieber sparsam einsetzen.
  • Jahreszeit: Herbst und Winter.
  • Klassiker: „Angel“ von Thierry Mugler (1992).

Gourmands überschneiden sich stark mit der Amber-Familie. Als Faustregel gilt: Riecht es eher nach Dessert, ist es gourmand; riecht es eher nach Harz und Gewürz, ist es Amber. Mehr unter süße und Gourmand-Noten, etwa Vanille oder Tonkabohne.

Pudrig – weich wie Make-up

Pudrige Düfte erinnern an Gesichtspuder, Lippenstift oder frisch gewaschene Babyhaut. Auch sie sind eher eine Stimmung als eine eigene Hauptfamilie und tauchen bei blumigen, Amber- und Moschus-Düften auf.

  • Typische Noten: Iris, Veilchen, Heliotrop, Mimose, Moschus, Tonkabohne, Aldehyde.
  • Charakter: weich, elegant, nostalgisch, ruhig.
  • Wer und wann: wer es leise und gepflegt mag; ideal für Büro und tagsüber, in intensiveren Fassungen auch abends.
  • Jahreszeit: ganzjährig, besonders Frühling und Herbst.
  • Klassiker: „L’Heure Bleue“ von Guerlain (1912), „Dior Homme“ (2005) mit seiner Irisnote, „Infusion d’Iris“ von Prada (2007).

Pudrige Damendüfte sind seit Jahren beliebt, weil sie feminin wirken, ohne süß oder laut zu sein. Herzstück ist meist die Iris, oft begleitet von Veilchen und weißem Moschus.

Duft nach Jahreszeit und Anlass

Duft verhält sich je nach Temperatur anders. Wärme lässt ihn stärker verdunsten, er wirkt intensiver und süßer. Kälte dämpft ihn. Deshalb fühlen sich schwere Düfte im Hochsommer schnell erdrückend an, während leichte Zitrusdüfte im Winter kaum zu riechen sind. Die Tabelle ist eine Orientierung, keine Regel – trag, was dir gefällt.

Jahreszeit oder AnlassPassende FamilienTypische Noten
FrühlingGrün, blumig, pudrig, leichte ChypresMaiglöckchen, Iris, Veilchen, Galbanum, Kirschblüte
SommerZitrus, aquatisch, grün, leicht fruchtigBergamotte, Grapefruit, Minze, Wassermelone, grüner Tee
HerbstHolzig, Chypre, Fougère, fruchtig-dunkelPatchouli, Vetiver, Pflaume, Lavendel, Zeder
WinterAmber, Gourmand, holzigVanille, Tonkabohne, Labdanum, Zimt, Oud
Büro und AlltagZitrus, grün, pudrig, leichte HölzerBergamotte, Iris, Zeder, weißer Moschus
Sport und FreizeitZitrus, aquatisch, fruchtigGrapefruit, Meeresakkord, Apfel
Abend und VerabredungAmber, Gourmand, blumig-üppigVanille, Amber, Tuberose, Jasmin, Sandelholz
Festlicher AnlassChypre, Amber, blumigRose, Eichenmoos, Labdanum, Iris

Frühlingsdüfte dürfen grün und blumig sein, weil die Luft noch kühl ist und leichte Noten trotzdem tragen. Sommerparfums sollten möglichst wenig Süße und schwere Basis haben – ein leichtes Eau de Toilette oder Eau de Cologne ist oft besser als ein Eau de Parfum. Im Winter dagegen darf es ein Eau de Parfum mit Amber oder Vanille sein.

Welche Familie passt zu dir?

Die beste Abkürzung ist ein Blick auf das, was du schon magst. Schreib dir zwei, drei Düfte auf, die dir gefallen haben, und suche ihre Familie heraus. Meist liegen sie nah beieinander – auch dann, wenn sie dir auf den ersten Blick ganz verschieden vorkommen.

  • Du magst frisch gewaschene Wäsche und Zitronenlimonade? Dann sind Zitrus, grüne und aquatische Düfte dein Revier.
  • Du liebst Blumensträuße und Gärten? Probier blumige und pudrige Düfte.
  • Du magst Wald, Kaminfeuer und Leder? Holzige Düfte, Fougère und Chypre.
  • Vanillepudding und Kuscheldecke? Gourmand und Amber.

Teste Düfte immer auf der Haut, nicht nur auf dem Papierstreifen, und gib jedem mindestens eine Stunde. Die Kopfnote verfliegt schnell, erst das Herz zeigt die eigentliche Familie. Mehr als drei Düfte auf einmal überfordern die Nase – dann riecht alles gleich.

Duft-FinderSechs kurze Fragen, und du weißt, welche Duftfamilie zu dir passt.

Häufige Fragen

Was ist ein Chypre-Duft?

Ein Chypre ist ein Duft mit frischem Zitrus-Auftakt (meist Bergamotte), einem blumigen Herz und einer moosig-holzigen Basis aus Eichenmoos, Labdanum und Patchouli. Der Name geht auf das Parfüm „Chypre“ von François Coty aus dem Jahr 1917 zurück.

Was bedeutet Fougère bei Parfüm?

Fougère ist französisch für „Farn“. Gemeint ist ein Fantasieduft aus Lavendel, Eichenmoos und Cumarin (Tonka-Note), der frisch, kräuterig und zugleich warm riecht. Vorbild ist „Fougère Royale“ von Houbigant aus dem Jahr 1882.

Was ist ein Amber-Duft?

Amber steht in der Parfümerie für einen warmen, harzig-süßen Akkord aus Labdanum, Benzoe, Vanille und ähnlichen Stoffen. Er hat nichts mit dem fossilen Bernstein zu tun; die Familie hieß früher meist „orientalisch“.

Welche Duftfamilien gibt es?

Die französische Parfümeur-Gesellschaft unterscheidet sieben Hauptfamilien: Zitrus, Blumig, Fougère, Chypre, Holzig, Amber und Leder. Im Alltag nennt man zusätzlich oft fruchtig, grün, aquatisch, gourmand und pudrig.

Welche Duftfamilie passt zum Sommer?

Bei Hitze wirken Zitrus-, grüne, aquatische und leichte blumige Düfte am angenehmsten, weil sie frisch bleiben und nicht schwer werden. Schwere Amber- und Gourmand-Düfte passen besser in Herbst und Winter.

Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Links mit „Anzeige“ sind Partnerlinks: Kaufst du darüber, bekommen wir eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts.